Der Zahn- und Zungenfeind

 

Wie beim Doktor...
Die Maultrommel wird so in die Hand genommen, dass die Rundung des Außenbügels links, das Ende der Zunge (Metallfeder) rechts ist und von uns wegzeigt. Für Rechtshänder! Linkshänder auch im weiteren Verlauf andersherum. Nun legen wir den Daumen der linken Hand (zu uns zeigend!) auf die Rundung des Außenbügels, den Zeige- und Mittelfinger in die beiden „Knicke“ des Instrumentes, eben genau so, wie der Doktor die Spritze hält. Fertig!
Klingt kompliziert, ist es aber nicht!

Das Blutbad
Die Maultrommel weist in dieser Ansicht vier zu uns zeigende Flächen auf. Die Zähne an die Flächen anlegen zu wollen, an denen die Zunge vorbeischwingt dürfte einige Schwierigkeiten aufwerfen!! Also bleiben nur die anderen beiden – ganz oben und unten. Wir beißen also nicht auf die beiden geraden Bügel auf. Dringend wäre, um den Lippenfang zu vermeiden, darauf zu achten, dass die beiden Enden der Maultrommel nicht wesentlich (oder gar nicht) über den rechten der beiden Schneidezähne hinausschauen, da sonst die Gefahr eines Blutbades bestünde – „Blut an Maultrommel“...
Apropos Lippen! Sie werden leicht auf das Instrument angelegt, nicht angepresst(!), sonst werden sie wie oben schon beschrieben eingezwickt! Hierbei sind Maultrommelneulinge mit Gebiss im Vorteil, da sie die Übung des Anlegens quasi „trocken“ außerhalb der Mundhöhle erproben können. Noch ein Tipp: Legen Sie Zeige- und Mittelfinger der linken Hand so an das Instrument, daß Sie Ihren Mund nur leicht oder gar nicht berühren. Ansonsten gibt’s Platzprobleme im Lippenbereich.

Tanz der Maultrommel
Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten die Zunge in Schwingung zu versetzen. Sicher ist die hier Beschriebene die Zahnfreundlichste. Man drückt die Zunge der Maultrommel vorsichtig nach hinten in den Mundraum und lässt sie los. Der Ton ist hörbar. Wenn es ein wenig scheppert und klappert weil die Maultrommel auf Ihren Zähnen tanzt, drücken Sie sie ein wenig stärker an. Perfekt!

Zungentraining! – nicht nur für’s Maultrommelspiel gut...
Einen Ton können wir diesem kleinen Metallgestell bereits entlocken. Je nach Temperament des Spielers wird der neu erworbene Ton früher oder später über kurz oder lang leicht nervig und eintönig. Was nun?
Zungentraining!! Wir nehmen kurz die Maultrommel vom Mund und sprechen ein „I“ und dann ein „A“ und beobachten dabei aufmerksam wie sich die Stellung unserer Zunge verändert. Nun nehmen wir das Instrument wieder zur Hand (und Mund) und bilden die Zunge wie bei „I“ und „A“ - es kann zuerst auch noch stimmlich hörbar sein, später formt nur noch die Zunge. Wir hören bei „I“ einen hohen, bei „A“ einen tiefen Ton. Die Zähne bleiben immer in gleicher Stellung, öffnen Sie bei „A“ nicht den Mund. Zwischen „I“ und „A“ gibt es viele nun leicht zu entdeckende Töne. Viel Erfolg!

Schon mal hyperventiliert?
Eine Melodie ist kein Problem mehr! Doch hier gibt es noch ein zusätzliches Geheimnis. Durch den Mund ein- und ausgeatmet, wird die Melodie reiner. Hiermit beeinflussen wir auch die Lautstärke. Atmet der Spieler vorsichtig, ist ein leiser Ton zu hören, atmet er fest oder stoßartig, ist es ein kräftiger Ton. Auch Rhythmen können mit dem Atem gebildet werden. Seien Sie vorsichtig, daß Sie nicht Hyperventilieren!! Setzen Sie sich lieber bequem in einen Sessel und übertreiben Sie am Anfang nicht. Man bekommt schnell das richtige Empfinden für die Luftzufuhr!

Jetzt sind wir soweit, selber zu ergründen was für bezaubernde, erstaunliche und irrwitzige Töne, Klänge und Effekte so ein kleines Instrument im Stande ist an die Ohren der Hörer oder auch „nur“ an die des Spielers zu vermitteln. Es kann zu einem Freund in einsamen Stunden werden. Übrigens: ein besonderer Vorteil ist sicherlich, daß dieses Instrument vorzüglich in die kleinste Tasche passt. Ich habe sie immer bei mir. Auch wenn es sich einige Male so angehört haben mag, als ob dieses Instrument ein im höchsten Maße gefährliches sei, ist dem nicht so. Versuchen Sie sich am Anfang genau an meine Beschreibung zu halten. Sie soll nur eine Hilfe darstellen, nicht mehr. Später finden Sie vielleicht Ihre persönliche Art die Maultrommel zu spielen.
Alles Gute für Ihre Zähne, Zunge und viel Freude am Spiel!

Ihr Askold zur Eck

 

Bei Fragen und Anregungen zur Maultrommel kontaktieren Sie mich bitte. Ich freue mich auf Sie!
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